Die momentane Situation verlangt uns allen einiges ab. Home Office ist bei manchen von uns ein Glücksgriff mit unerwarteten Freiheiten und bei anderen ein Drahtseilakt, bei dem man es zu vielen Personen recht machen soll. Kinder, Partner, Kollegen, Vorgesetzte und dann möchte am Abend noch die Schwiegermutter etwas telefonieren gegen die Einsamkeit.

Home Office hat viele positive Seiten. Zum Beispiel, zumindest zum Teil ganz sein wahres Ich ausleben zu können.
Home Office hat viele positive Seiten. Zum Beispiel, zumindest zum Teil ganz sein wahres Ich ausleben zu können.
Foto: Adobe Stock / Studio Romantic

Seit einem Jahr im Home Office

Ich bin mittlerweile seit einem Jahr ohne Unterbrechungen im Home Office. Anfangs dachte ich, dass ich das nie hinkriegen werde. So viele Versuchungen, so viele Dinge, die man “schnell noch” tun kann und auf einmal zieht sich so ein Arbeitstag bis tief in die Nacht.

Nach erstaunlicher kurzer Zeit hatte ich aber meine Abläufe organisiert und geniesse heute jeden Tag, den ich daheim arbeiten kann. Gerne teile ich die Routinen, die ich für am wichtigsten halte, heute mit Dir. Ich hoffe, sie können Dir helfen, deine Arbeitstage daheim zu strukturieren und zu geniessen.

Meine drei wichtigsten Routinen im Home Office

Beginne den Tag mit Obst

Starte den Arbeits-Tag mit Früchten. Stell dir ein paar Apfelspalten oder eine geschälte Mandarine an den Arbeitsplatz. So versorgst Du dich mit Vitaminen und verhinderst Heisshunger, der dich zu den Süssigkeiten greifen lässt.

Und wenn Du den Tag schon mit Obst begonnen hast, ist es leichter, später noch einmal nachzulegen und auch am Nachmittag einen Snack aus Knabbergemüse statt des verlockenden Schokoriegels zu wählen.

Verbringe die Pause abseits vom Arbeitsplatz

Es ist mehr als verlockend, mit dem Teller nebendran in der Pause ein wenig zu surfen oder gar weiterzuarbeiten. Das dumpfe Gefühl, man habe gar keine Pause gemacht, kommt erst viel später.

Nutze die Pause buchstäblich. Wenn Du in der Zeit isst, dann wechsele an den Esstisch. Ohne Laptop 😉!

Wenn Du nicht isst und das Wetter passt, dann nutze die Zeit, um frische Luft und Tageslicht zu tanken.

Oder gönne dir ein Mittagsschläfchen. Einfach so, mitten in der Woche. Was für ein Luxus!

Auch ein Mittagsschläfchen ist im Home Office eine feine Sache. Wichtig ist vor allem: die Pause wirklich zur Erholung nutzen.
Auch ein Mittagsschläfchen ist im Home Office eine feine Sache. Wichtig ist vor allem: die Pause wirklich zur Erholung nutzen.

Gönn dir nach Feierabend einen Spaziergang, um einen klaren Schnitt vom Home Office zu machen

Es muss einen klaren Schnitt zwischen Arbeit und Freizeit geben. Alles andere ist ungesund und macht auf Dauer sehr mürbe. Auch, um die fehlende Bewegung wieder reinzuholen, macht sich ein Spaziergang nach Feierabend gut.

Dein Gehirn hat so die Möglichkeit, vom Arbeitsmodus in den Freizeitmodus umzuschalten und die Gedanken an die Arbeit beiseite zu legen. So wird emotionaler Platz für angenehme Gefühle im Feierabend geschaffen.

Ich gehe hier meist um die 10.000 Schritte und kaufe manchmal noch etwas ein, wenn etwas fehlt. Auf diese Weise habe ich schon viele tolle Ecken in meiner Stadt entdeckt, die ich noch gar nicht kannte. Und die Corona-Röllchen haben es so auch nicht ganz so einfach.

Weitere wichtige Routinen für das Home Office

Dehnen, Strecken, Langmachen

Viele haben im Home Office statt eines Stuhls, der für langes Sitzen ausgelegt ist, einen Esszimmerstuhl oder schlimmstenfalls sogar nur das Sofa. Man sackt zusammen, nimmt ungünstige Haltungen ein und auf einmal sind sie da: die Rückenschmerzen.

Stell Dir einen Wecker, streck Dich alle halbe Stunde. Steh auf, geh einmal auf und ab, trink dabei ein Glas Wasser und mach dich mal so richtig lang. Das Ganze kostet Dich nur wenige Minuten jeden Tag, aber Dein Körper dankt es dir unendlich.

Ganz einfache Dehnübungen zwischendurch halten dich im Home Office fit und beweglich. Probier mal diese Übung und staune, wo es da überall zieht.
Ganz einfache Dehnübungen zwischendurch halten dich im Home Office fit und beweglich. Probier mal diese Übung und staune, wo es da überall zieht.
Foto: Adobe Stock / Andrey Popov

Ausreichend trinken

Getränke griffbereit stellen hilft auch im Home Office, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Getränke griffbereit stellen hilft auch im Home Office, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Ich bin eine Kandidatin, die das gerne vergisst. Wenn mir dann nach Feierabend auffällt, dass ich nur 1x zur Toilette musste über den ganzen Tag, ist meist das Kopfweh schon da.

Deshalb stelle ich mir mittlerweile immer morgens die angepeilte Trinkmenge auf den Schreibtisch. 3 Literflaschen Wasser. Eine muss bis mittags leer sein. Das bedeutet durchaus, dass ich manchmal um 11:30 Trinkstress habe 😇. Bis zum Nachmittag muss mindestens die zweite Flasche leer sein und dann über den Rest des Tages kommt die dritte Flasche dran.

So trinkt auch ein relativ fauler Mensch wie ich im Home Office ausreichend.

Dem Tag eine Struktur geben

Endlos mit dem Laptop im Bett liegen, irgendwann ungekämmt und im Pyjama schnell irgendwann essen, weil man feststellt, dass es plötzlich schon nachmittags ist. Vorsicht! Das kann mal eine nette Abwechslung sein, sollte aber nicht einreissen.

Ich stehe morgens zum Arbeiten auf und ziehe mir dann auch etwas anderes an. Jogginghose und einen bequemen Pulli, klar. Aber die Schlafklamotten bleiben im Schlafzimmer. Ich habe einen festen Rahmen für die Mittagspause und auch meinen generellen Arbeitsbeginn lasse ich nur um etwa eine halbe Stunde schwanken.

So habe ich in etwa ähnlich Tagesabläufe. Meine Arbeitstage sind zwar sehr chillig und auch ich liege mal zum Arbeiten auf dem Sofa oder sogar im Bett, wenn ich arg PMS habe oder mich anderweitig angeschlagen fühle. Aber das ist nicht die Regel und daher kann ich solche faulen Tage auch sehr schätzen.

Keine Süssigkeiten bunkern!

Ich habe für mich festgestellt, dass es keine gute Idee ist, einen großen Süssigkeitenvorrat zu haben. Zumindest nicht, so lange ich mich den ganzen Tag lang in seiner Nähe aufhalte. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, wie viel mehr Süsses ich zuhause esse. Das Resultat waren prächtige Corona-Röllchen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich sie wieder abgebaut hatte.

Da halt leider nur Konsequenz geholfen. Ich habe für absolute Notfälle die Lieblingsnaschereien da und sonst: nichts. Wenn ich etwas naschen möchte, muss ich mir also etwas zubereiten. Also etwa einen Pudding kochen oder einen Kuchen backen. Oder aber zum Laden gehen, was ich aufgrund der aktuellen Lage allerdings meide.

Die Umstellung ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis der Appetit darauf verschwunden ist. Mittlerweile bin ich jedoch sehr glücklich mit viel Obst und Gemüse. Es ist fast schon eine kleine Ernährungsumstellung. Die Mühe hat sich sehr gelohnt!

Dies sind meine Routinen im Home Office. Ich hoffe, sie sind auch für Dich hilfreich. Übrigens habe ich auch noch einen Artikel mit Selbstliebe-Übungen im Baukastensystem. Ich freue mich, wenn Du es dir mal ansiehst.

Mehr Anregungen für Geist und Seele findest Du auf meiner Pinnwand. Folge mir gerne auf Pinterest. Ich freue mich darauf, meine neuesten Entdeckungen mit dir zu teilen!

Feature Image: imago images / Westend61

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