Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt wieder die Glühweinsaison. Die ersten Weihnachtsmärkte öffnen, überall duftet es nach gebrannten Mandeln, Zimt und frisch gebackenen Waffeln. Und natürlich gehört für viele auch eine schöne Tasse heißer Glühwein dazu. Am liebsten mit kalten Händen, die man an der warmen Tasse aufwärmen kann.
Allerdings hat der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt inzwischen seinen Preis. Vier oder fünf Euro für eine Tasse sind längst keine Seltenheit mehr, dazu kommt häufig noch Pfand. Und manchmal ist der Glühwein dann auch noch viel zu süß, zu sauer oder schmeckt hauptsächlich nach Alkohol.
Glühwein lässt sich ganz einfach selber machen. Du brauchst dafür weder besondere Küchengeräte noch ausgefallene Zutaten. Ein guter Rotwein, ein paar Gewürze, etwas Orange und ein Topf reichen vollkommen aus.
Und das Schöne daran: Zu Hause kannst du selbst bestimmen, wie süß und würzig dein Glühwein werden soll. Außerdem musst du dich nicht durch Menschenmengen schieben, um an deine Tasse zu kommen. Mit ein paar Kerzen, Weihnachtsmusik und vielleicht ein paar selbst gebackenen Plätzchen wird es auf dem Sofa mindestens genauso gemütlich.
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Was gehört eigentlich in einen Glühwein?
Klassischer Glühwein besteht aus Wein, Zucker und verschiedenen Gewürzen. Besonders typisch sind Zimt, Nelken, Sternanis und Zitrusfrüchte. Manche Rezepte enthalten zusätzlich Kardamom, Vanille oder etwas Ingwer.
Die Grundlage ist meistens Rotwein. Es gibt aber auch weißen Glühwein, der etwas frischer und leichter schmeckt.
Wichtig ist vor allem, dass du einen Wein verwendest, den du auch pur trinken würdest. Das muss kein teurer Wein sein. Ein einfacher, fruchtiger Rotwein aus dem Supermarkt ist völlig ausreichend.
Besonders gut eignen sich beispielsweise Dornfelder, Merlot oder Spätburgunder. Sehr tanninreiche, schwere Rotweine können beim Erwärmen etwas bitter schmecken.
Die passende Musik zum Glühweinchen:
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Glühwein selber machen: Einfaches Rezept für roten Glühwein
Zutaten
- 1 Flasche Rotwein (750 ml)
- 1 Bio-Orange
- 2 Zimtstangen
- 4 Gewürznelken
- 2 Sternanis
- 2 bis 3 EL Zucker oder Honig nach Geschmack
- Optional: 2 Kardamomkapseln und 1 Messerspitze Vanillepulver
Zubereitung
- Wasche die Orange gründlich ab. Schneide eine Hälfte in Scheiben und presse die andere Hälfte aus.
- Gib den Rotwein zusammen mit dem Orangensaft und den Orangenscheiben in einen Topf.
- Füge Zimtstangen, Nelken, Sternanis und nach Wunsch die weiteren Gewürze hinzu.
- Erwärme alles langsam bei niedriger bis mittlerer Hitze. Der Glühwein soll schön heiß werden, aber keinesfalls kochen.
- Lass den Glühwein ungefähr 15 bis 20 Minuten ziehen, damit die Gewürze ihr Aroma abgeben können.
- Entferne die Gewürze und probiere den Glühwein. Jetzt kannst du ihn nach deinem Geschmack süßen.
- Fülle den fertigen Glühwein in hitzebeständige Tassen und serviere ihn heiß.
Mein Tipp: Gib den Zucker lieber nach und nach hinzu. Gerade fruchtige Rotweine bringen bereits eine gewisse Süße mit. Nachsüßen kannst du immer noch, aber einen zu süßen Glühwein bekommst du nur schwer „wieder“entsüßt“.
Warum darf Glühwein nicht kochen?
Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass Glühwein auf keinen Fall kochen darf. Das hat tatsächlich einen guten Grund.
Alkohol verdampft beim Erhitzen zunehmend. Je länger du den Punsch stark erhitzt, desto mehr Alkohol kann verloren gehen. Außerdem verändern sich durch die hohe Temperatur die feinen Aromen des Weins und der Gewürze.
Am besten hältst du deinen Glühwein bei ungefähr 70 °C. Er darf ruhig ordentlich heiß sein, sollte aber nicht sprudelnd kochen. Ein Küchenthermometer ist hier bei eine richtig hilfreiche Sache. Alternativ erwärme den Wein langsam und achte darauf, dass er nicht zu blubbern beginnt.
Glühweingewürz: Ganze Gewürze oder lieber Teebeutel?
Vielleicht hast du im Supermarkt schon einmal diese kleinen Beutel mit Glühweingewürz gesehen. Die sehen ein bisschen aus wie Teebeutel und funktionieren tatsächlich ganz ähnlich.
Im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, deinen Seelenwärmer zu würzen.
1. Glühwein mit ganzen Gewürzen
Das ist die klassische Variante. Du gibst Zimtstangen, Nelken, Sternanis und andere Gewürze direkt zum Wein und lässt alles langsam ziehen.
Der Vorteil: Du kannst die Gewürze ganz nach deinem Geschmack zusammenstellen. Magst du besonders gerne Zimt, verwendest du einfach eine zusätzliche Zimtstange. Ist dir Sternanis zu intensiv, lässt du ihn weg.
Außerdem kannst du selbst entscheiden, wie lange welches Gewürz im Wein bleibt.
2. Glühwein mit fertigen Gewürzbeuteln
Wenn es schnell gehen soll, sind fertige Glühweingewürze im Teebeutel eine praktische Alternative.
In diesen Beuteln befinden sich meist getrocknete Orangenschalen, Zimt, Nelken und weitere Weihnachtsgewürze. Du gibst den Beutel einfach in den erwärmten Wein und lässt ihn entsprechend der Packungsanleitung ziehen.
Anschließend nimmst du ihn wieder heraus. Du musst also keine einzelnen Nelken aus dem Topf fischen oder den Wein durch ein Sieb gießen.
Gerade wenn du nur gelegentlich Glühwein zubereitest, finde ich solche Gewürzbeutel ziemlich praktisch. Somit braucht man für eine Tasse nicht gleich eine ganze Sammlung verschiedener Gewürzdosen.
3. Glühweingewürz selber mischen
Du kannst dir auch einen kleinen Vorrat an Glühweingewürz zusammenstellen.
Dafür mischst du beispielsweise zerbrochene Zimtstangen, Nelken, Sternanis, Kardamom und getrocknete Orangenschalen. Die Mischung bewahrst du in einem gut verschlossenen Glas auf.
Wenn du Glühwein zubereiten möchtest, füllst du die benötigte Menge einfach in einen feinmaschigen Teefilter oder einen Teebeutel zum Selberfüllen.
Solche selbst gemachten Gewürzmischungen eignen sich übrigens auch wunderbar als kleines Mitbringsel in der Adventszeit. Fülle die Mischung in ein hübsches Schraubglas, klebe ein selbst geschriebenes Etikett auf und dekoriere mit etwas Tanne und einer Zimtstange.
Kann man Glühwein auch mit Weißwein machen?
Natürlich! Weißer Glühwein ist inzwischen auf vielen Weihnachtsmärkten genauso beliebt wie die klassische rote Variante.
Für weißen Glühwein eignen sich beispielsweise Riesling, Müller-Thurgau oder Weißburgunder. Besonders lecker wird er mit Apfel, Orange, Zimt und etwas Vanille.
Du kannst dafür das Grundrezept einfach abwandeln. Ersetze den Rotwein durch Weißwein und verwende etwas weniger Nelken und Sternanis, damit die feineren Aromen des Weißweins nicht überdeckt werden.
Tipp: ein kleiner Schuss naturtrüber Apfelsaft passt ebenfalls sehr gut dazu.
Glühwein ohne Alkohol selber machen
Auch ohne Alkohol lässt sich ein richtig leckerer winterlicher Punsch zubereiten.
Statt Wein verwendest du einfach roten Traubensaft, Apfelsaft oder eine Mischung aus beiden. Dazu kommen die gleichen Gewürze wie beim klassischen Glühwein.
Besonders gut schmeckt eine Mischung aus 500 ml rotem Traubensaft und 250 ml naturtrübem Apfelsaft. Gib eine Zimtstange, zwei Nelken, einen Sternanis und ein paar Orangenscheiben hinzu und erwärme alles langsam.
Da Fruchtsäfte bereits viel natürlichen Zucker enthalten, brauchst du meistens gar nicht zusätzlich zu süßen.
Das ist eine schöne Alternative für Kinder und alle, die auf Alkohol verzichten möchten.
Wie kann man Glühwein noch verfeinern?
Wenn du gerne ein bisschen experimentierst, kannst du deinen selbst gemachten Glühwein auf verschiedene Arten abwandeln.
Mit einem Schuss Amaretto bekommt er eine feine Mandelnote. Auch etwas Rum oder Orangenlikör passt gut dazu, wobei der Glühwein dadurch natürlich deutlich stärker wird.
Für eine fruchtigere Variante kannst du einen Teil des Weins durch Kirschsaft oder Orangensaft ersetzen.
Und wenn du es besonders weihnachtlich magst, gib ein kleines Stück Vanilleschote oder eine Prise Kardamom hinzu.
Mit den Gewürzen solltest du allerdings vorsichtig sein. Vor allem Nelken und Sternanis können schnell sehr dominant werden. Lieber erst einmal weniger verwenden und bei Bedarf nachwürzen.
Kann man Glühwein vorbereiten und aufbewahren?
Ja, Glühwein lässt sich wunderbar vorbereiten. Du kannst ihn sogar schon am Vortag zubereiten.
Lass ihn nach dem Erhitzen etwas abkühlen, entferne die Gewürze und fülle ihn in eine saubere, verschließbare Flasche oder einen geeigneten Behälter. Anschließend gehört er in den Kühlschrank.
Dort hält sich selbst gemachter Glühwein in der Regel etwa zwei bis drei Tage, sofern er hygienisch zubereitet und zügig gekühlt wurde.
Zum Servieren erwärmst du ihn einfach wieder langsam im Topf.
Wichtig ist, die Gewürze nicht tagelang im Glühwein zu lassen. Besonders Nelken und Sternanis können sonst einen unangenehm intensiven oder bitteren Geschmack entwickeln.
Ist Glühwein vegan?
Glühwein besteht hauptsächlich aus Wein, Gewürzen und Zucker. Eigentlich könnte man also meinen, dass er automatisch vegan ist.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Bei der Herstellung von Wein können tierische Hilfsstoffe verwendet werden, beispielsweise Gelatine, Kasein aus Milch oder Eiweiß. Diese dienen dazu, den Wein zu klären. Auch wenn sie später weitgehend entfernt werden, gilt ein solcher Wein nicht als vegan.
Wenn du veganen Glühwein zubereiten möchtest, achte deshalb beim Kauf auf einen ausdrücklich als vegan gekennzeichneten Wein.
Auch bei fertigem Glühwein lohnt sich ein Blick auf die Kennzeichnung.
Verwendest du zum Süßen Honig, ist dein selbst gemachter Glühwein ebenfalls nicht mehr vegan. Zucker oder Agavendicksaft sind dafür geeignete Alternativen.
Was passt zu selbst gemachtem Glühwein?
Für mich gehören zu einem muckeligen Glühweinabend natürlich auch ein paar Kleinigkeiten zum Naschen.
Vanillekipferl, Zimtsterne, Lebkuchen oder selbst gebrannte Mandeln passen gut zu den winterlichen Gewürzen. Wer es lieber herzhaft mag, kann dazu Flammkuchen, Käsegebäck oder frisch gebackene Brezeln servieren. Dazu noch Kerzen anzünden, die Lieblingsweihnachtsmusik einschalten und den Glühwein in Ruhe genießen.
Das Schöne am selbst gemachten Glühwein ist, dass du dafür weder einen Weihnachtsmarkt noch einen besonderen Anlass brauchst. Manchmal reicht schon ein kalter Novemberabend, an dem man es sich zu Hause einfach ein bisschen gemütlich machen möchte.
Fotos: Adobe Stock: Agnes, Sunny Forest, 5ph, Ivan Kmit, ir1ska, rawpixel.com, Алена Ваторина, DragonImages, NBLX
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