Wechseljahre – Zeit der Unsichtbarkeit?

Wenn man sich eingehender mit einem Thema, diesmal Wechseljahre, beschäftigt, bemerkt man Dinge, die normalerweise vorüberziehen.
Folgendes ist geschehen:
ich war auf der Suche nach Fotomaterial, mit dem ich meine Blog-Beiträge für den Wechseljahres-Blog versehen kann. Dies ist für mich eine Routinetätigkeit, ich habe mehrere Jahre beruflich mit Fotomaterial gearbeitet. Umso erstaunter bin ich, dass meine Suche quasi ins Leere gelaufen ist.
Es gibt junge Frauen und es gibt solche, die prächtige Gesichts-Falten haben, die von einem spannenden Leben erzählen. Aber Frauen im Alter von 30-60 scheinen es nicht wert zu sein, dass man eine Kamera auf sie richtet. Und wenn es doch passiert, dann wirken sie verzweifelt, krank, leidend.

Was bitte hat das mit mir zu tun? Oder mit all den Frauen in meinem Alter um mich herum? Herzlich wenig.

Aber was leider passiert: dieses Bild brennt sich ein. Die Wechseljahre als Zeit des Leidens. Jahrelanges Martyrium und am Ende dieses langen düsteren Tunnels winkt das die Existenz als weißhaarige Oma mit hübscher Zahnprothese.

Wo sind denn die Jahre zwischen 40 und 60?

Neuer Suchlauf – vermutlich sind die Frauen dann wohl unter Businessfrau abgelegt.
Auch da war meine Suche wenig erfolgreich. Stattdessen sind nach Vorstellung der Fotografen aber fast alle Business-Frauen in dem Alter, in dem man normalerweise erst an die Universität kommt, also Anfang 20.

Mütter? Fehlanzeige, keine über 30.

Okay, dann bebildern wir vielleicht eher mit Blümchen oder Essensfotos? Es kann doch nicht sein, dass Frauen im Alter der Wechseljahre einfach unsichtbar sind?!

Irgendwann fiel mir glücklicherweise ein Buch ein, das in meinem Bücherregal steht. Es sammelt Fotos von Frauen in ihren 40ern, aufgenommen von der grandiosen Fotografin Gabo. Dieses Buch heisst Forty-Something – aufregend weiblich und ist leider mittlerweile vergriffen. Wenn ihr es dennoch angeboten bekommt  – es lohnt sich, denn es sind wirklich tolle und authentische Fotos darin!

Um euch zu zeigen, dass es uns gibt, habe ich ein paar Fotos von Gabo ausgesucht:

Ich werde meine Suche nach Fotomaterial fortsetzen. Sollte ich nicht erfolgreich sein, werde ich da wohl selbst eine Serie produzieren. Direkt nach dem “Buff”-Geräusch, das entsteht, wenn plötzlich die Zeit explodiert und ich, nachdem sich der Explosionsnebel verzogen hat, als weißhaarige, faltige Oma vor euch stehe ;-).

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